Zum Blatt

observed reality Sebastian Rautenbach

    Noch hängt nichts zum Trocknen.

    Die Schachteln

    Wie am Vergrößerer: Halte ein Blatt gedrückt, mit Maus, Finger oder Leertaste. Solange das Licht an ist, liegt das Negativ schwach auf dem Papier. Lass los, dann kommt das Blatt in den Entwickler, und das Bild erscheint von selbst. Nach dem Fixieren gibt es weißes Licht.

    Die Richtzeit hängt wie in der Dunkelkammer an der Dichte des Negativs: Helle Bilder brauchen länger, dunkle sind schneller, zwischen knapp 2 und 4 Sekunden. Zu kurz wird der Abzug flau und hell, zu lang dunkel. Wer sich beim Halten bewegt, verwackelt ihn. Jeder Abzug ist ein Unikat.

    Die Belichtungsuhr trifft die Richtzeit genau. Die Fotos liegen in Schachteln nach ihrem Licht. Jede Schachtel klappt einzeln auf, mit ihrem eigenen Kontaktabzug. In jeder Schachtel geht es vom kürzesten Augenblick zur längsten Belichtung. Die Mixe liegen nicht auf Papier, sie laufen im Radio oben rechts, unabhängig vom Entwickeln. Die Abzüge hängen nur, solange du hier bist. Die Seite merkt sich nichts.

      Kontaktbogen

      Alle Negative auf einmal, in einer einzigen Belichtung. Klein, aber vollständig. Groß wird ein Bild nur auf dem Tisch.

        Radio

        In der Dunkelkammer läuft Musik. Fünf Sender, fünf Mixe, in der Reihenfolge, in der sie entstanden sind. Dreh auf einen Sender.